CSR-Richtlinie in der Praxis: bloße Pflichtübung?

MPM und Universal Reporting analysieren in ihrer DAX-30-Studie die erstmalige Umsetzung der Nichtfinanziellen Erklärung (NFE).

  • Neue CSR-Reporting-Pflichten auf vielfältige Weise umgesetzt
  • Mindestanforderungen zu erfüllen ist bevorzugtes Herangehen
  • Transparenz und Mehrwert für Nutzer in den NFEs noch ausbaufähig

Deutschlands größte börsennotierte Unternehmen nehmen ihre Verpflichtung ernst und erfüllen die formellen Mindestanforderungen, die ihnen der Gesetzgeber mit dem CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz (CSR-RUG) für die Berichtssaison 2017 erstmals auferlegt hat. In puncto inhaltlicher Tiefe, Transparenz und kommunikativen Mehrwerts bleiben die Nichtfinanziellen Erklärungen in der Regel allerdings hinter den Möglichkeiten zurück. Dies ist eines der wesentlichen Ergebnisse einer aktuellen Studie von MPM und Universal Reporting. Die Mainzer Kommunikationsagentur hat gemeinsam mit den Geschäftsberichts- und Nachhaltigkeitsexperten aus Hamburg und Berlin untersucht, wie die DAX-30-Unternehmen die Spielräume des CSR-RUG genutzt haben und welche Trends in der nichtfinanziellen Berichterstattung zu erkennen sind.

Inhaltliche und kommunikative Potenziale noch nicht ausgeschöpft

Bislang kommuniziert nur eine Minderheit ihre Leistungen nachvollziehbar und eindeutig erkennbar entlang der Systematik des CSR-RUG. Nur wenige Unternehmen gehen über die Nennung der fünf zentralen Belange hinaus und ziehen die inhaltlichen Kriterien zur Strukturierung der Nichtfinanziellen Erklärung heran. Geforderte Angaben zu Konzepten, Zielen, Maßnahmen, Due-Diligence-Prozessen oder Leistungsindikatoren müssen vom Leser dagegen mühsam aus den Erklärungen „herausgefischt“ werden. Bei den nachhaltigkeitsbezogenen Risiken zeigen sich die Unternehmen eher abwartend und wenig ambitioniert. Der Großteil der Herausgeber zieht sich auf den Verweis zum Chancen- und Risikobericht oder auf das schlichte Fehlen von wesentlichen CSR-Risiken zurück.

„Es überrascht nicht, dass sich in der ersten Berichtssaison noch kein Prototyp oder Modell der Nichtfinanziellen Erklärung durchgesetzt hat“, sagt Ulla von Blittersdorff-Heß von Universal Reporting. Das Spektrum der gewählten Umsetzungsformen ist entsprechend breit. „Die meisten Unternehmen tasten sich auf diesem Gebiet noch voran und konzentrieren sich zunächst auf die Erfüllung der Mindestanforderungen“, ergänzt Philipp Mann, geschäftsführender Gesellschafter von MPM. In der Mehrzahl der Fälle erhalten die Nutzer noch keinen zusätzlichen Informationswert, betont auch Dr. Uwe Wilke von Universal Reporting: „Es verbleiben sowohl kommunikativ als auch inhaltlich Leerstellen mit entsprechenden Optimierungspotenzialen für die Zukunft. Besonders die Chance, Nachhaltigkeit noch näher an die Geschäftsprozesse heranzuführen und gebündelt über Risiken und Auswirkungen der Unternehmenstätigkeit zu berichten, wurde im ersten Schritt nur wenig genutzt.“

Ausführliche Studienergebnisse und Handlungsempfehlungen

Die komplette Studie von MPM und Universal Reporting ist auf Anfrage per E-Mail an studie@mpm.de erhältlich. Alle Ergebnisse sowie die daraus abzuleitenden Handlungsempfehlungen für Unternehmen werden zudem auch auf der Corporate Reporting Conference von MPM am 21. Juni 2018 in Frankfurt am Main veröffentlicht. Kostenfreie Anmeldung über: www.mpm.de/crc-2018.


Über MPM:

MPM ist als inhabergeführte Kommunikationsagentur auf die integrierte Konzeption, Implementierung und Steuerung medienübergreifender Kommunikationsprojekte spezialisiert. Um crossmediale Dialoge zwischen Unternehmen und ihren Zielgruppen zu schaffen, verbinden die rund 80 Mitarbeiter in einem innovativen Geschäftsmodell Agenturleistungen aus den Bereichen Content Marketing und Design mit dem Potenzial eines Beratungs-und-System-Hauses. Als Kreativagentur deckt MPM das gesamte Portfolio der Unternehmenskommunikation von Strategie und Konzeption über Redaktion und Design bis hin zu Medienproduktion, Apps und Websites ab. Als Beratungshaus und Systemintegrator bietet MPM hochspezialisierte Prozessberatung, Softwarelösungen sowie Services und Hosting in den Bereichen Digital Asset Management und Redaktionssysteme. Zu den Kunden zählen führende Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, unter anderem BASF, Benteler, Boehringer Ingelheim, Henkel, SV SparkassenVersicherung, TÜV SÜD und Zalando.

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